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Keltische Schwertscheide in der Lainsitz gefunden!
Südlich von Veselí, mehr als 2000 Jahre alt, kunstvoll verziert

Verzierung des oberen Teils

 

Totalansícht

 

Aus dem Sand der großen Gruben bei Veselí wurde im Jahr 1982 ein etwa 45cm langes und 6cm breites Blech gesiebt. Archäologen reinigten das Bronzeteil und stellten mit Freude fest, dass es sich um die Vorderseite einer frühlatènezeitlichen Schwertscheide handelte. Sie konnten in langwieriger Arbeit sogar eine kunstvolle Gravur im Bereich der Öffnung rekonstruieren.

Die Lainsitz dürfte in der Gegend bei Veselí, wo die große Nežárka einmündet, für die Kelten heilig gewesen sein, man fand nämlich noch andere, augenscheinlich als Opfer in den Fluss geworfene Dinge, darunter auch einen Teil einer Bronzesitula, einer Art Eimer. Welchem Gott in unserem Fluss allerdings geopfert wurde, kann nicht mehr festgestellt werden. Die Kelten schrieben nichts auf, auch dann noch, als ihnen die Schrift aus Griechenland und Rom schon bekannt war.

Man kann Spekulationen anstellen. Der von den Slawen zu uns gekommene Name "lunsenize" (1179) bzw. "lunsnich" (1162) könnte noch älteren Ursprungs und wie viele böhmische Orts- bzw. Flussnamen von Markomannen weitergegebenes keltisches Gut sein. Allerdings scheint es keine Göttin zu geben, die irgendwie mit Lunsnich in Gleichklang gebracht werden könnte. Dass der Name eines männlichen Gottes auf den Fluss gekommen ist, wäre ungewöhnlich. Allerdings böte sich hier schnell "Lugh" (sprich "luu") an, dessen Fest "Lunasa" um den 1. August gefeiert wurde.

Der Fund etwa 50km nördlich von Gmünd sollte motivieren, auch im oberen Teil der Lainsitz nach bisher nicht gehobenen Schätzen zu suchen.

Dokumentation des Fundes von Veselí:

Antonín Beneš, Pavel Sankot, Der erste Flußfund einer frühlatènezeitlichen Schwertscheide in Böhmen. Arch. rozhledy 46, 1994, 548-557.

Antonín Beneš, Pavel Sankot, Eine frühlatènezeitliche Schwertscheide aus der Luznice. In : Archäol. Arbeitsgemeinschaft Ostbayern/West- und Südböhmen, 4. Treffen Mariánská Tynice, Espelkamp 1995, 145-147.