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Heilbrunn, Viehberg und Brünnl

Schmerzende Spuren, seltsame Wege und eine heilige Quelle auf dem
Kraví hora, dem Berg von Brünnl in Südböhmen

Ich habe mir den Kraví hora (übersetzt „Kuhberg“, deutsch „Viehberg")  für die Zeit nach dem Winter aufgehoben, damit der Boden nicht mehr von Schnee bedeckt ist und ich sofort alle ehemaligen keltischen Vierecksschanzen, Ringwälle, slawischen Hügelgräber und germanischen Siedlungen an ihren Spuren im Boden erkennen kann. Ein Berg, an dessen Nordhang die Wallfahrtskirche Maria Trost steht, ein Berg, an dem zwei Heilquellen, Heilbrunn (Hojná Voda – nicht häuftiges, sondern „Heilendes Wasser“) und Brünnl (Dobrá Voda – „Gutes Wasser“) entspringen, so ein Berg ist gewiss ein besonderer Berg, das müssten doch schon die Völker vor uns erkannt haben! Er sticht am Horizont wegen seines auffallenden Profils von weitem hervor und diente gewiss den keltischen Druiden als Wegmarke bei ihren Wanderungen vom flachen Bojerheim zu ihren Treffen im tiefen Wald in den Bergen. Die Böhmen und die Bayern, beide den Namen der keltischen Bojer für sich beanspruchend, brachten auf demselben Berg ihren jeweiligen Göttern Tieropfer dar, weshalb sie ihn Viehberg bzw. Kraví hora nannten – das ist die einzig mögliche Erklärung für den Namen, denn kein Mensch würde Rinder auf diesem Steinhaufen weiden! Letztes und ausreichendes Indiz für die Außergewöhnlichkeit dieses Ortes: Es gibt kaum eine Marienquelle, die nicht vorher schon den Heiden heilig war. So wird's gewesen sein und den Beweis dafür werden wir bei unserem Ausflug schon finden.

Spuren I: Friedhof Heilbrunn, ein Mahnmal gegen Völkerhass

Vom Platz vor dem Hotel in Hojná Voda geht es der grünen Markierung nach auf kürzestem Weg zum Berggipfel hinauf. Noch vor dem Wald passiert man den ummauerten Friedhof, der merkwürdig leer erscheint, eines der wenigen Gräber trägt ein notdürftig angefertigtes Schild mit deutschem Namen. Seltsam, denkt man sich, schickt sich an, weiter zu gehen um gleich hinter dem Friedhof zu erstarren. Die Gedanken an den ganzen keltischen Hokuspokus sind jäh verflogen, hier liegen die vielen Grabsteine der einstigen deutschen Bevölkerung zertrümmert unter Hecken und Gras, die eisernen Kreuze mit den Namensschildern fehlen, nur Namen und Daten, die in Stein gemeißelt worden sind, sind noch zu lesen. Man hat nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur die Lebenden von hier weggetrieben, sondern auch die Toten aus den Friedhöfen "verjagt", indem man ihre Gräber geschliffen und damit das Andenken an sie ausgelöscht hat.

Wieder werde ich hier (wie im Vorjahr in Buchers) jäh erinnert an dieses traurige Kapitel der Beziehungen zwischen den Tschechen und den deutsch sprechenden Nachbarn. Wie könnte das aufgearbeitet werden? Was wird, wenn Böhmen und Österreich keine Grenze mehr trennt, wenn Deutsche und Österreicher wieder Grund und Boden in Tschechien kaufen dürfen und die scharfe Trennung der Nationalitäten, die durch die Vertreibung hergestellt worden ist, nicht mehr existiert? Wie kann wieder Vertrauen aufgebaut werden nach den schrecklichen Taten, deren Spuren noch immer offen da liegen, weil durch die undurchdringliche Blockgrenze kein Kontakt zwischen den Bevölkerungen und daher auch kein Anlass dazu war, diese Spuren zu beseitigen. Wenn ohne begleitende Maßnahmen einfach die Trennwände fallen und beide Seiten ungelenkt aufeinanderprallen werden, dann drohen Konflikte, die aus den alten Wunden gespeist ziemlich rasch ziemlich intensiv werden könnten. Die historische Angst der Tschechen vor der wirtschaftlichen und sprachlichen Erdrückung und der 50 Jahre alte Hass der deutschen Vertriebenen sind Zündstoff genug!

Bevor man nun über Nacht alle diese Grabsteine, Ruinen und sonstigen Zeichen der Vertreibung klammheimlich verschwinden lässt, sollte man sich überlegen, ob das Verschweigen und Verdrängen wirklich zur Gesundung unserer Beziehungen beitragen kann. Die ehemaligen Regierungen beider Völker haben mit ihrer nationalistischen Politik ihre Bevölkerung zu den begangenen Verbrechen animiert oder im besten Fall wohlwollend dazu geschwiegen. Die heutigen Regierungen müssen umgekehrt mit ihrer Stellungnahme die Basis für Verständigung und gegenseitige Achtung legen! Zur Versöhnung gehört aber auch das Benennen der begangenen Fehler, nicht das Vertuschen und Verdrängen. So könnte der Friedhof von Hojná Voda zu einer Gedenkstätte und einem Mahnmal werden. Man muss die Namen der hier Begrabenen eruieren und sie an einer Gedenktafel verewigen, sie der Vergessenheit entreißen. Man könnte auf die Geschehnisse der Jahre ´45 und ´46 hinweisen und einen Einblick in die Verstrickungen geben, die zur Vertreibung geführt haben. Man sollte vor allem aber auf gemeinsamen Veranstaltungen die beiden verletzten Brudervölker wieder zusammenbringen und sie zu gemeinsamer Bewältigung der Zukunft, der gemeinsamen Probleme im Grenzgebiet animieren: Abwanderung, wirtschaftliche Stagnation, Verödung.

Spuren II: Berg hinter Brünnl

Wir wollten auf den Viehberg gehen, und das tun wir auch noch. Hinter dem (Un)Friedhof beginnt der Wald. Zuerst folgt man einem leicht ansteigenden asphaltierten Fahrweg, dann schwenkt man links auf einen steilen Pfad, der von zahllosen Granitblöcken übersät ist. Der Wind faucht laut in die hohen Wipfel der Fichten und Tannen, das kalte Grau der Felsen zieht sich hinauf in das Grau der Stämme, unheimlich wirkt dieser Forst am steilen Hang. Irgendetwas kommt einem merkwürdig vor an den Steinen auf dem Weg, bis man realisiert, dass sie geordnet sind! An der rechten Seite sind die Steine ausgerichtet, bilden eine geschlossene Kante, links fehlt eine entsprechende Reihe. Ist die linke Seite zerstört worden oder war eine solche nie vorhanden? Wie alt ist dieser Weg? Schon ist man wieder gefangen in den Phantasien über das, was hier einmal alles gewesen sein könnte, weg sind die trüben Gedanken vom Friedhof unten. Der gepflasterte Steig zieht sich bis hinauf auf den kleinen Sattel rechts des Gipfels, erlebt besser ausgebaute Phasen, geht vorbei an Schützengräben ähnelnden Aushebungen und dann die südliche Seite des Berges wieder hinunter, wo er zum Teil sogar über künstliche Steinwälle führt. Vielleicht sind es auch nur die Reste eines gepflasterten Weges, der für die edlen Gäste der Bäder in Heilbrunn bzw. Brünnl angelegt worden ist, vielleicht ist es aber doch die Zeremonienstiege, die zum Opferstein hinauf geführt hat? Aus welcher Zeit die Gräben stammen, die den Weg säumen und wie Schützengräben aussehen, wer weiß es?

Ziemlich neu und real ist der Sendemast knapp unter dem Gipfel des Berges, der auch Aussichtsturm ist. Von der Plattform des Turmes sieht man weit ringsum, der Aufstieg hat sich gelohnt! Es ist nicht wie auf den vielen Waldviertler Bergen, wo man nach mühselige Wanderung auf dem Gipfel angekommen statt weiter Aussicht nur Wald geboten bekommt. Die Felsgruppen, an denen der Wanderweg weiter vorbeiführt, sind eine mittlere Sensation! Eine ganz besondere Formation ist der Napoleonskopf, der „Napoleonova hlava“, zehn Meter hoch, auf schmaler Basis ruhend sieht er so aus, als würde er jeden Moment herunterstürzen! Felsgruppe um Felsgruppe säumt den Weg hinab nach Süden. Am Fuß des Berges dehnt sich ein steinernes Meer aus – wir kommen nicht mehr dorthin, biegen vorher ab hinunter auf die Straße zum Auto, um in Brünnl einzukehren.

Spuren III: Der Wallfahrtsort

Mit Blick in das Wittingauer Becken genießt man Frankfurter und ein Budweiser auf der Terrasse eines kleinen Häuschens, wo man von einem bescheidenen, älteren böhmischen Ehepaar bedient wird. Sonst gibt es kein Gasthaus mehr hier in diesem einst beliebten Wallfahrtsort. Die Hospodyně spricht deutsch, sie preist die gute Aussicht, klagt über den Mangel an Gästen. Sie hofft, dass im Sommer mehr Menschen herpilgern werden, damit sie "über die Runden" kommen kann. Es ist zwar ungewöhnlich warm und schön, aber doch erst Mitte April – da wäre auch in den besten Zeiten des Wallfahrtsortes noch nicht viel los gewesen. Und trotzdem: Brünnl lag, wie die ganze Gegend, fast 50 Jahre im Koma und ist erst dabei, sich langsam zu erholen! Es sollte sterben, doch die plötzliche Wendung nach der "Samtenen Revolution" brachte ein unerwartetes zweites, neues Leben.

Aus der Fieberkurve Brünnls: 550 Einwohner im Jahr 1892, 1910: 449 Ew.; 1930: 386 Ew. (davon 358 deutsche); 1949 (nach der Vertreibung der deutschen Bewohner): 22 Ew.    Link

Meine Großmutter Josefa selig erzählte von einer wunderbaren Wallfahrtskirche drüben in Böhmen, wohin von überall aus der Gegend die Leute gepilgert wären. Es war in gewisser Weise das spirituelle Zentrum der ganzen Region, das 1945 hinter dem Eisernen Vorhang unzugänglich geworden und ausgelöscht worden war. Das erste, was viele 1989 besuchten, war wiederum dieses geheimnisvolle Brünnl, das aber nach mehr als vierzig Jahren der Verwahrlosung viel an äußerem Glanz verloren hatte. Nicht nur, dass die österreichischen und bairischen Wallfahrer ausgeblieben waren, das kommunistische Regime hatte in den 50er Jahren auch den böhmischen Katholiken das Pilgern nach Dobrá Voda untersagt. Die Kirche ist mittlerweile renoviert worden, im Jahre 1995 wurden zuletzt zwei Glocken geweiht und in die Türme hinaufgezogen.    Link

Anfang des vorigen Jahrhunderts zählte man jährlich etwa 30 000 Pilger in Brünnl, 1759 sollen es sogar 46 000 gewesen sein. Wie ist dieser relativ junge Wallfahrtsort entstanden und was bewirkte seine hohe Anziehungskraft?

In Heilbrunn hat schon seit dem 16. Jahrhundert ein kleines Heilbad bestanden, das von Wilhelm von Rosenberg gegründet und oft persönlich genutzt worden war. Das Bad bekam Konkurrenz, als 1698 unweit davon auf dem Nordhang eine neue heilsame Quelle gefunden wurde, um die bald wundersame Ereignisse eintraten.

Spuren IV: Nationalbibliothek Wien

Die Kaiserlich-Königliche Hofbibliothek nahm unter der Signatur 490.782 A ein kleines Büchlein aus dem Jahre 1912 in ihren Bestand auf, Titel: „Die Pfarr- und Wallfahrtskirche ‚Maria Trost’ in Brünnl.“ Ein Anonymus beschreibt darin Gründungslegende, Wallfahrtsleben und Kirche. Das von der Nationalbibliothek in ihren Magazinen sorgsam aufbewahrte Buch liest sich heute wie eine ferne Nachricht aus einer unbekannten Welt.

 „Schon im Jahre 1648 stand hinter der heutigen Kirche dem Berge zu eine sogenannte Martersäule mitten im Walde. Dort verrichtete gerne der fromme und tugendhafte Bauerssohn Mathias Egidi (wahrscheinlich mit dem Beinamen ‚Bartl’), wenn er am nahen Abhange die Viehherde weidete, seine Andacht. Dort hatte er auch am 4. Oktober 1701 vor Tagesanbruch folgende Erscheinung: Einige Männer in Werktagskleidern zeigten ihm von der erwähnten Martersäule aus etwas bergabwärts ein Gebäude wie eine Kirche, auf 4 weißen Säulen stehend und mit Brettern eingedeckt. Sie eiferten ihn in allem Ernste an, dort eine Kirche zu bauen und die erste Fuhre dazu zu leisten. Drei Tage behielt Mathias diese Erscheinung bei sich, ohne jemandem davon Mitteilung zu machen. Da erschien ihm am dritten Tag, an einem Donnerstage, abends, als er sich schlafen legte, Christus der Herr selbst auf einem Kreuze hängend, und zwar so, daß ihm das Kreuz gerade auf sein Herz zu stehen kam. Wiewohl es ganz finster war, sah Mathias auch ganz deutlich ein Marienbild, einen Schuh beiläufig hoch und einen halben Schuh breit, und alsbald fing eine so große Menge Wallfahrer an über sein Angesicht dahinzuschreiten, daß er weder den gekreuzigten Heiland noch das Marienbild mehr sehen konnte. Als ihm auch bedeutet wurde, er werde unter dem Dache des Nachbarhauses den zum Baue nötigen Kalk finden, und er diesen, wiewohl niemand von einem solchen dort wußte, auch wirklich fand, begann er an der ihm von den erwähnten Männern bezeichneten Stelle eine Betkapelle zu bauen.

Bald fanden sich aus der näheren Umgebung Wallfahrer in Menge ein. Daß auch solche aus weiterer Ferne kamen, dazu trug Folgendes bei:

Zwei Männer aus Stübling, Pfarre Rosenberg, Gemeinde Gallitsch, sagten im Jahre 1702 gerichtlich aus, daß sie am Tage vor hl. drei Könige beiläufig um 8 Uhr gesehen hätten, wie aus der Gegend von St. Michael bei Freistadt in Oberösterreich her, dann von Buchers und Zirnetschlag, von den Wäldern bei Krummau und Wollin, ganze Scharen von Menschen über den Bäumen dahinschritten, alle dem Brünnler Berge zu, von wo ihnen jedes Mal einige Personen entgegenkamen, mit ihnen umkehrten und abermals dem Brünnler Berge zueilten.

Außerdem sah man wiederholt feurige Erscheinungen am Gnadenorte. Der Ruf davon verbreitete sich immer mehr, die Zahl frommer Wallfahrer wurde immer größer und die Opfergaben mehrten sich derart, daß noch im selben Jahre mit dem Baue der jetzigen schönen Gnadenkirche begonnen werden konnte.

Ganz besonders unterstützte den Bau der Kirche der damalige Besitzer der Herrschaft Gratzen, Se. Exzellenz Herr Graf Albert von Buquoy, ... Die Baubeendigung und Einweihung der Kirche wie des Pfarrhauses fand erst im Jahre 1715, den 26. Mai, statt durch Prälat Sigismund Heubner aus Krummau.[*]

Es ereigneten sich von 1702 weg mehrere auffallende „Gebetserhörungen“, sodass der Wallfahrtsort bald in den Ruf einer ganz besonderen Gnadenstätte kam. Der „vertrauensvolle Gebrauch des Wassers“ heilte Taube, Blinde, Fußleidende, Kopfleidende, Spastiker, Menschen von Passau bis Pressburg, Frauen wie Männer, Greise wie Kinder. Natürlich opferten die wundersam Genesenen gerne dementsprechend Wertvolles.

Die Wallfahrten fanden vor allem zwischen Floriani (4. Mai) bis Leonhardi (6. November) statt. Die ersten waren die Zwettler, Waidhofener und andere Niederösterreicher.

Am Montag in der Bittwoche kommen die Sonntagberger und Amstetter in Niederösterreich; am Dienstag die Schattauer und Mittwoch die Iglauer aus Mähren. Letztere bleiben über das Fest Christi Himmelfahrt und sind besonders die vielen Jungfrauen ihrer malerischen Tracht sowohl, als auch ihres sittsam-keuschen Wesens wegen, ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung. Am Feste Christi Himmelfahrt nachmittags und Tags darauf kommen die Traunsteiner, Frauenhofener und Poigner aus der Gegend von Horn in Niederösterreich, am Freitag nach Christi Himmelfahrt früh auch die D.-Reichenauer von der oberösterreichischen Grenze und geht ihnen ein ganzer Zug weißer Mädchen voran. Am Samstag vor Pfingstsonntag abends treffen die Kloster Schlägler ein und werden auch von Wallfahrern aus Bayern begleitet. Am selben Abende kommen die von Heidenreichstein, Romauer Adamsfreiheit, Kauzen, Reibers und Dobersberg in Niederösterreich und die aus Hohenfurt in Böhmen. Pfingstsonntag früh erscheinen dann die Neubistritzer und nachmittags die Budweiser, Deutsche und Böhmen in großen Scharen. Dazu gesellen sich noch die Beinhöfler, Mistlbacher, Mühlbacher und Siebenlindner aus Niederösterreich und Gutwasser in Böhmen. Am Pfingstmontage kommen alljährlich die Rosenberger, Bergstadtler, Wittingauer und Umlowitzer aus Böhmen und ein Scharl aus der Iglauer Gegend in Mähren und in großen Scharen die Schweinitzer aus Böhmen. Am Freitage in der Pfingstwoche sendet der Schöninger- und Planskerwald seine Um- und Anwohner, Deutsche und Böhmen aus Krummau, Priehltal, Kalsching, Ottau, Tweras, Kirchschlag, Lagau, Stein, Krems, Berlau, Steinkirchen, Goldenkron, Cernitz und Payreschau.

Am Samstage kommen dann doch die von Rimau und mehrere Scharen aus Niederösterreich. Den Schluß dieser Woche machen am Dreifaltigkeitssonntage um 9 Uhr die aus der Stadt Weitra in Niederösterreich. Am Freitage nach Fronleichnam kommen die Weißenbacher aus der Gegend von Freistadt in Oberösterreich und am Samstage sehr viele kleinere Scharen aus Niederösterreich. Am 15. Juni, d. i. am Feste des hl. Veit feiern die Strobnitzer ihren Wettermesstag in Brünnl. Am 3. Sonntage nach Pfingsten kommen die von Halmonsödt und Umgebung bei Linz in Oberösterreich. Am Feste des heil. Johann des Täufers ziehen die Meinetschläger heran und Sonntags darauf die Welleschiner, Oemauer, Kaplitzer, Hodenitzer und die aus Schwarza in Niederösterreich. Am Feste Johann und Paul, d. i. am 26. Juni erscheinen die Sonnberger, Deutsch-Reichenauer, Beneschauer und Theresiendorfer mit je einem Geistlichen, welche ihre Aemter halten. Zum Feste Peter und Paul kommen am 29. Juni die Johannisberger, Waltensteiner und Elexnitzer, letztere mit ihrem Herrn Pfarrer, welcher hier das Hochamt hält. Am 4. Juli, d. i. am Feste des hl. Prokop, kommen in großen Scharen die Gratzner mit einem Geistlichen, und tagszuvor die Wallfahrer aus der Stadt Iglau mit ihrem Seelsorger, deren Erscheinen für den Ort und die Gnadenkirche ein Freudentag ist. Mit ihrem Scheiden endet die erste Wallfahrtsperiode.

Während der heißen Sommertage finden sich nur einzelne Scharen an ihren verlobten Wettermesstagen ein, als die von Harmenstein, Langfeld, Großgerungs, Silberberg, Sinetschlag etc. Erst zum Feste Maria Himmelfahrt, am 15. August, beginnen die deutschen Budweiser, Seifritzer und Gebhartser die Herbstsaison und folgen ihnen die Klosterbrucker und Deutschkonitzer aus Mähren. Am Samstage nach Bartholomäus kommen die Vorstadtler, Hoheneicher, Gmündner, Steinbach, Erdweis und Zuggers aus Niederösterreich und die Oppolzer aus Böhmen. Zum Schutzengelfeste die Suchentaler aus Böhmen, die Amaliendorfer, Schremser und mehrere kleinere Scharl aus Niederösterreich. Am Samstage vor Mathäus die Windhager aus Oberösterreich und zum Feste des heiligen Mathäus selbst kommen die Gobrechtser, Rothenschachler und Köstelsdorfer aus Niederösterreich. Am Samstag darauf die Sandler aus Ober- und die Schwarzbacher aus Niederösterreich. Das Fest Sankt Wenzeslei am 28. September wird ganz böhmisch abgehalten und erscheinen dazu die von Driesendorf, Teinles, Chlum, Forbes etc. Dann kommen noch am ersten sogenannten goldenen Samstage die Leopoldschläger aus Oberösterreich, am 2. die Zwettinger, Gmündner und viele andere aus Oberösterreich, bis endlich am Feste St. Leonardi, am 6. November, die Harbacher und Wutschinger aus Niederösterreich die ganze Wallfahrt beschließen.“ [**]

Am 1. Mai 2004 wird, ein positives Referendum vorausgesetzt, Tschechien und damit auch Südböhmen Teil der EU werden. Die heilsame Quelle von Brünnl / Dobrá Voda an der Berührungslinie von Tschechen und Österreichern ergießt sich dann wieder zum Wohle der beiden Völker. Maria hilf, dass es hier wieder einmal so lebendig werde wie Anfang des vorigen Jahrhunderts!
____________

*) Anonymus: Die Pfarr- und Wallfahrtskirche „Maria Trost“ in Brünnl. Ihr Ursprung und ihre Sehenswürdigkeiten. (Krummau 1912) S. 2ff

**) Anonymus, S. 8ff

 


Dobrá Voda, Hojná Voda und Kraví hora auf jiznicechy.org

Brünnl und Heilbrunn in austrianmap.at

Auflösung    mittelgering

Heilbrunner Wappen

Wappen von Brünnl

Der Friedhof
in Heilbrunn:      leer!

Dahinter unter Hecken und Gras...

...zertrümmerte Grabsteine

...deutscher Verstorbener.

Kreuze
und Namen fehlen!

Graugrünes Steinmeer

Graubraunes Baummeer

Von wem, von wann, wozu?

Bis hinauf zum Gipfel

Sende- und Aussichtsturm Viehberg

Blick nach O(e)st(erreich)

Napoleonskopf

Suchbild mit Kindern

Über künstliche Wälle...

...hinunter...

...zur Straße.

Häuftig Wasser?

Altare privilegiatum

Seitenaltar

Blick in die Kuppel...

...und zum Eingang

O Trösterin der Betrübten...

...zeige dich als eine Mutter.

Hinter der Kirche

Heilsame
Quelle mit Kalvariengruppe

"Ich bin
Quelle lebendigen Wassers"
Joh. 4,7-18

Heil(ig/sam)es Wasser

Zweitürmig
mit Kuppel


Vysoká und Kraví hora - entrückt.

Nachricht aus einer fernen Welt

Mit Wallfahrergebet,

Berg

und Gnadenbild