Das weiße Rechteck auf dem Grundberg

Auf dem Grundberg, der zwischen Mühlbach, Sulz und Walterschlag liegt, zeichnet sich auf dem Luftbild ein markantes Rechteck als Aufhellung des Waldes ab. Interessant wird die Sache, wenn man bedenkt, dass solche Auffälligkeiten im Luftbild manchmal auf versunkene Bauwerke hinweisen, die am Boden nicht bemerkt werden.

Der Grundberg liegt mit seinen 834m Höhe westlich des Johannesberges, auf dem Hadmar II. von Kuenring 1150/60 seine Burg Harmanstein errichten ließ, die jedoch nach der Errichtung der Weitraer Burg um 1200 ihre Bedeutung verlor. Sie scheint im Zuge der Niederschlagung des Aufstandes der Kuenringer gegen den Landesfürsten im 13. Jh. zerstört worden sein. Da der Grundberg in westlicher Richtung einen großen Teil des Ausblickes vom Johannesberg verdeckte, ist es vorstellbar, dass sich auf ihm zumindest ein Wachposten oder Wachturm befunden hat. Auch strategische Überlegungen sprechen dafür, dass dieser Berg nicht unbesetzt geblieben sein dürfte.

Der Berg ist besonders vom Westen, dem Lainsitztal her, weithin sichtbar. Er fällt durch sein flaches Gipfelplateau von Süden her gesehen auf. Eine Begehung zeigt, dass der Grundberg bis hinauf zu seinem Gipfel früher zumindest teilweise gerodet war und dass bis hinauf Felder bzw. Wiesen angelegt waren. Das Luftbild stammt aus dem Jahr 1974 und zeigt den Berg großteils bewaldet. Heute sind auch jene Felder, die damals noch zu sehen waren, verschwunden. Steinhaufen, Terrassen, Wege mit Auffahrten zu Feldern sind jetzt unter Wald verschwunden. Am Gipfel befindet sich ein merkwürdiger, rechteckiger Platz, der von einem Weg umrandet wird und der sehr gut dem Rechteck auf dem Luftbild von seiner Lage her entsprechen könnte. Ist dieser Platz natürlich, wurde er angelegt, und wenn ja, zu welchem Zweck?

Eine zweite Erkundung im Juli 2002 erhärtet meine Vermutung. Der Weg rund um das Gipfelplateau ist von Lärchen gesäumt, die sich auf dem Luftbild stark von den dunkleren Nadelbäumen abheben könnten. Bleibt nur noch die Frage, warum gerade hier die sonst eher seltenen Bäume in Reih und Glied wachsen.

Interessant ist auch, dass der Grundberg in früheren Karten Plessberg genannt wird, Grundberg dagegen die nächste süd-östliche Erhebung, die in der ÖK-50 keinen Namen mehr trägt. Vielleicht ein Hinweis auf die einst helle, unbewaldete flache Stirn dieses weithin sichtbaren Berges.

Das Rechteck auf maps.google.at
 



Blick hinauf in die Wipfel der Lärchen entlang des Weges rund um das Gipfelplateau.
 

Das helle Rechteck auf dem Luftbild. Links ist die Straße von Mühlbach nach Sulz zu sehen.
 

Vergrößerung

Das Rechteck erstreckt sich in ost-westlicher Richtung und hat im nordöstlichen Teil eine breitere Umrandung.

 

Die "Kanzel" auf dem Grundberg. Ansicht von oben.

Oben: Die Kanzel von der Seite
Links: Blühender Klee auf dem Nordhang im Frühling