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nisse und die Arbeitsfähigkeit der Untertanen oft rücksichtslos verlangt wurden, war die Lage der Bauern und ihre Not meist eine drückende.

  Erhebungen gegen die Gutsherrn wurden von diesen grausam und blutig unterdrückt.

  Bitten und Beschwerden der Bauern änderten nichts an dieser Lage und die Folge der unerträglichen Knechtung der Bauern waren seit 1476 die Bauernerhebungen in den verschiedenen Ländern, die alle blutig niedergeschlagen wurden.

  Auch die Untertanen der Gutsherrschaft Weitra nahmen am Bauernaufstande im Jahre 1597 teil, gelobten aber am 27. März desselben Jahres ihrer Herrschaft wieder Treue.

  Den Pfarrer und den Lehrer mussten die Bauern selbst erhalten.

  Ausser den Untertanen gab es auch einzelne Freibauern, die zur Belohnung für irgendwelche Dienste oder Leistungen "Freihöfe" zu Eigen oder als „Lehen" innehatten und die ausser dem Zehent von jeder anderen Verpflichtung befreit waren. (In St.Martin wahrscheinlich „Hofbauer" und „Grünhofbauer").

  Erst während der Regierung der Kaiserin Maria Theresia wurden den Bauern Erleichterungen zuteil; die Leibeigenschaft aber wurde erst von Kaiser Josef II. mit dem Patent vom 1. September 1781 aufgehoben.

  Über Antrag des schlesischen Abgeordneten Hans Kudlich im neu errichteten Reichsrate wurde mit dem Patent vom 7.September 1848 die Aufhebung des Untertänigkeitsbandes und die Entlastung des bäuerlichen Besitzes angeordnet und mit der Durchführungsverordnung vom März 1849 Robot und Robotgelder aufgehoben und die Grundablösung in Raten innerhalb von 20 Jahren festgesetzt.

  Erbuntertänigkeit, Robot und alle anderen Leistungen der Bauern an die ehemalige Gutsherrschaft gegen billige Ablöse oder Entschädigung hatten aufgehört.

  Die gesamte politische Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Steuervorschreibung und Einhebung, Schulwesen u.s.w. übernahm der Staat. Der Bauer war endlich frei und vollwertiger Staatsbürger.

  Bis 1848 hatten die Bauern auf dem fremden Grunde meist nur dürftige Hütten aus Holz bewohnt; nun bauten sie auf dem eigenen Grunde geräumige Vierkanter aus Stein und Ziegeln (Siehe! Baujahre der Häuser in Sulz: 1849, 1850, 1851 u.s.w.).

 Die Landgerichtsbarkeit, d.i. das Recht und die Macht bei Verbrechen über Leib und Blut der Menschen zu richten, übte-

 


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